Woche 34: Karusell der Emotionen
Die Tage und Wochen ziehen ins Land; es wird hell und auch ganz schnell wieder dunkel;
ich stehe auf, gehe zur Arbeit, komm wieder heim und leg mich hin. Ich verlasse das Haus im Dunklen und komme im Dunklen wieder nach Hause...
Derzeit sind die Tage anscheinend noch kürzer als sonst. Wahrscheinlich deswegen oder auch
wegen der Kälte kann ich mich nur schwer überwinden nochmals in die Werksatt zu gehen.
Aber das hat jetzt ein Ende!
Programm der letzten Woche:
- Erste Teilelieferung überarbeitet
- Dachhimmel demontiert
- Restliche Anbauteile von der Karosse entfernt
- Erste Blecharbeiten durchgeführt
Auf geht´s!
Das erste Teilepaket ist angekommen!!! Es handelt sich zwar nur um gebrauchte Teile, allerdings sind die sehr wichtig für mich. Aber seht selbst was alles drin ist:
So sieht´s von aussen aus: (ja, mich hat´s auch fast zerrissen)
Und das war alles drin:
Bremssättel als Ersatz für meine – die hab ich hier geschrottet. Staubschutzbleche für die
Bremse, Bremsscheiben (die sind fast neu, wenn wer welche braucht, bitte melden!) und
Radnaben. Meine Bisherigen hatten einige Macken an der Lauffläche.
Aber noch bin ich mit den Teilen nicht weiter als mit meinen bisher Vorhandenen. Meine Bremssättel sahen auch noch okay aus, allerdings konnte ich die Verschraubungen nur mit Mühe und die Entlüftungsnippel gar nicht lösen.
Deswegen erstmal zerlegen und schauen in welchem Zustand die Teile sind. Ich fang mal mit den Bremssätteln an.
Erstmal ganz vorsichtig raus mit den Entlüftungsnippel(n). Bevor ich überhaupt mit irgendwelchem Werkzeug rangehe, kommt erstmal die Macht des Brenners ran und die Teile werden ordentlich aufgeheizt. Dann geht´s mit ner wirklich ordentlich passenden Nuss an die Sache ran und *knack* sind die Teile tatsächlich offen:
Auch die beiden Verschluss-Schrauben für die Bohrung des zweiten Kolbens lassen sich auf diese Art und Weise leicht lösen
Die Klammern für die Befestigung der Bremsklötze lassen sich mit einer Zange leicht öffen
Beim Mini handelt es sich um einen zweiteiligen Zweikolbenbremssattel. Natürlich will ich den Sattel nicht nur lackieren und aussenrum auf Vordermann bringen, sondern auch alle Dichtungen erneuern. Deswegen müssen die Teile erstmal auseinander – im Schraubstock geht das wunderbar:
So, alle Schrauben sind gängig und machen keine Probleme – ich bin erleichtert!!!
Jetzt müssen noch die Bremskolben raus um den Zustand begutachten zu können. Das geht mit Druckluft wunderbar.*Pfffffffff pffffffffffffff und PFLUPP*
Bei den kleinen Teilen des Sattels benutze ich lieber den Schraubstock und ein Stück Holz um
den harten Aufprall des Sattels zu mindern.
Und so sehen die Bremskolben aus – nämlich wie die Sau. Also erstmal ab in den Teilewäscher ...
Weiter geht´s mit den Radnaben. Die werden erstmal von der Bremsscheibe getrennt. Dazu vorsichtig mit Hilfe von zwei Holzstücken in den Schraubstock geklemmt.
... Schrauben auf ...
... und schon kann die Nabe entnommen werden...
... noch eben die Radbolzen raushämmern um auszuschließen, dass sie nach dem Sandstrahlen und lackieren nicht rausgehen und ich wieder Macken im neuen Lack habe! :)
Passt! Der Zustand der Naben ist übrigens seeeeeehr gut!
Jetzt aber gleich weiter zur nächsten Baustelle –denn: „wer rastet, der rostet“
Im Mini sind noch einige Kleinigkeiten verbaut, die raus müssen. Zum Beispiel der Dachhimmel. Mit viel Geduld und ner ordentlichen Behandlung mit dem Heißluftfön ist das aber kein Thema.
Aber wie zur Hölle lagert man so ein riesen Teil, das noch dazu nicht verstauben und auch nicht geknickt werden sollte!? .............. Na ganz einfach!!! Nämlich so:
Zwischen zwei Kartons, ordentlich verklebt
Und unten an´s Regalfach angebracht sollte eigentlich nichts passieren. J
Weiter geht´s mit dem kleinen Kabelbaum für den Radio und die Innenraumbeleuchtung und
dem Kurbelmechanismus für die Fensterheber. à Raus damit!!
Nachdem die Sachen ordentlich verpackt und verstaut sind, kann´s endlich an die Karosse gehen. Am Spieß hängt sie ja bereits und wartet schon seit Wochen auf die Bearbeitung.
Nachdem die Karosserie sowieso an jedem Eck gammelt, habe ich mich entschieden mit der Demontage der Front zu beginnen. Nachdem meine Versuche die Schweisspunkte aufzubohren gescheitert sind (wegen extremem Rostbefall sind keine Punkte mehr zu erkennen), habe ich kurzerhand zum Trennschleifer gegriffen und die Front abgetrennt.
Ich habe zwar mit viel gerechnet, was aber hier zum Vorschein kommt ist schlicht der Wahnsinn. Man stelle sich vor es ist 22:30 Uhr, es ist kalt - mich erfasst die nackte Angst, ich bekomme Schweißausbrüche, bin ganz aufgelöst und schockiert. Aber seht selbst:
Ganz interessant sind auch die A-Säulen (oder das was davon übrig ist)
Oder die Stellen unter den Aufnahmen für die Stoßdämpfer
Langsam stellt sich für mich die Frage ob es nicht tatsächlich sinnvoller wäre sich nach ner anderen Karosse umzusehen. Anfangs sah meine zwar schlimm, aber nicht unrettbar aus – allerdings hat sich diese „Hoffnung“ jetzt endgültig in Rauch aufgelöst. Ich hab zwar die einzelnen Blechteile, die nötig wären, noch nicht rausgesucht und aufsummiert, aber ich habe eine böse Vorahnung was die Kosten der Teile angeht...
Also momentan weiß ich nicht genau ob ich weinen oder drüber lachen soll. Ich mein...
...wie kann ein Auto nur so rosten!???
Ich brauch Ablenkung!!!
Daher stelle ich Euch jetzt mal meine neueste Errungenschaft vor. – Mein neuer Werkstattrechner:
Für den Zusammenbau der aufbereiteten Teile ist es sehr von Vorteil die beim Ausbau gemachten Bilder vor Ort aufrufen zu können. Das können wir gleich mal am Bremskraft-verstärker ausprobieren. Der ist nämlich nicht mehr verrostet und Balsam für die Seele! J
Jetzt geht´s mir wieder etwas besser! Ist doch mal ein schöner Anblick, oder? Und ganz nebenbei auch noch ne
Premiere!!
Schließlich ist der Bremskraftverstärker die erste fertige Baugruppe im Projekt!
Freuet Euch und zehrt die Woche davon, bis es wieder heißt:
ROSTALARM !!
